Field Recording für Anfänger – Weitere Recordereinstellungen

Nachdem ich im letzten Field Recording für Anfänder Blogbeitrag die Grundeinstellungen für die erste Aufnahme mit einem Handheldrecorder vorgestellt habe, erkläre ich euch nun kurz weitere Einstellungen, die ihr im Recorder vornehmen könnt.

Low Cut Filter/Lo Cut (Hochpassfilter)

Hier werden Töne unterhalb einer bestimmten Frequenz (z.B. 75 oder 150 Hz) ausgefiltert u gedämpft. Dies kann nützlich sein, um zum Beispiel das Dröhnen einer Klimaanlage oder des Verkehrs zu reduzieren.
Ich würde dies jedoch nicht am Gerät einstellen. Der Filter lässt sich in der Nachbearbeitung am Computer ganz einfach verwenden. Wenn ihr ihn schon bei der Aufnahme einsetzt, sind diese Töne für immer weg und können nicht mehr zurückgewonnen werden.

Limiter

Der Limiter soll das Übersteuern eurer Aufnahme verhindern. Kurz gesagt: Wenn der Recorder merkt, dass das Signal übersteuert, regelt der Limiter es automatisch auf einen sicheren Wert herunter. Und danach auch wieder hinauf. Je nach Recorder mehr oder weniger gut (bzw. schnell).
Wie wir im ersten Fieldrecording Blogbeitrag erfahren haben, ist es eines unserer Hauptziele zu verhindern, dass das Signal übersteuert und so könnte man nun annehmen, der Limiter sollte immer eingeschaltet sein. Leider ist es in der Realität nicht so einfach, wie es scheint, denn durch den Limiter kann das Signal verzerrt werden und euer aufgenommener Ton hört sich unnatürlich an (”pumpen”). Diese Einstellung am Besten nur in Ausnahmesituationen verwenden.

Pre-Recording/Pre Rec

Ist diese Einstellung aktiviert, nimmt das Gerät nicht erst ab dem Zeitpunkt auf, wenn ihr den Aufnahmeknopf drückt, sondern schon etwas früher (je nach Gerät unterschiedlich, z.B. 5 Sekunden). Sehr nützlich bei Geräuschen, die man nicht steuern kann, wie etwa ein vorbeifahrender Zug oder ein über euch fliegendes Flugzeug.

Phantom Power (Phantomspeisung)

Hier erhalten externe Mikrofone, die über ein XLR Kabel angeschlossen werden, Strom.

Diese Einstellung ist für euch natürlich nur wichtig, wenn ihr überhaupt ein externes Mikrofon an euren Recorder anschließen möchtet. Dazu werde ich in einem weiteren Beitrag näher eingehen.

Das Rode NTG-3 (oben) und das Rode NTG-2 (unten) benötigen Phantom Power. Das NTG-2 kann alternativ auch mit einer AA Batterie betrieben werden.

Hier nur ganz kurz angeschnitten: Manche XLR Mikrofone benötigen Strom, um zu funktionieren. Dies kann (je nach Mikrofon) über eine externe Stromquelle oder den Recorder erfolgen. Ganz wichtig dabei: Unbedingt im Handbuch eures Mikrofons nachlesen, ob es wirklich Phantom Power benötigt. Ansonsten könntet ihr euer Mikrofon beschädigen!

Plug-in Power

Im Grunde genau das Gleiche wie Phantom Power, jedoch wird das externe Mikrofon über Miniklinke am Recorder angeschlossen.

Das Rode Smartlav+ benötigt Plug-in Power, wenn es an einem Recorder verwendet wird.

Auch hier gilt: Vorher informieren, ob euer Mikrofon diese Option benötigt!

Mono Mix

Diese Option verdoppelt das Signal eines Monokanals auf den zweiten Kanal. Dadurch entsteht jedoch kein richtiges Stereosignal (technisch natürlich nicht möglich).

Nur bei Aufnahmen mit einem externen Monomikrofon möglich (bei der Aufnahme mit dem internen Stereomikrofon habt ihr ja ein “richtiges” Stereosignal). In der Praxis aber unnötig, macht die aufgenommene Datei einfach nur größer.

Auto Rec

Hier startet der Recorder automatisch die Aufnahme, sobald der Eingangspegel einen (frei wählbaren) Wert erreicht, bzw. wird die Aufnahme beendet, sobald ein anderer (ebenfalls frei wählbarer) Wert erreicht wird.
Vielleicht nützlich, wenn ihr mit mehreren Recordern arbeitet, die weiter voneinander entfernt sind, und ihr sie nicht gleichzeitig steuern könnt. In der Praxis jedoch eher uninteressant.

Rec Level Auto/Level Auto

Ist diese Einstellung aktiviert, stellt euer Recorder automatisch den Aufnahmepegel ein.

Das wollen wir aber auf keinen Fall, also immer deaktiviert lassen!

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