Meine Erfahrung mit Zeit- & Selbstmanagement

Viel darüber gelesen. Viel gehört & gesehen. Teil meiner bisherigen Ausbildungen. Teil von www.der-meier.at.

Zeit- & Selbstmanagement ist kein Fremdwort für mich. Dennoch ist mir in den letzten Wochen etwas Dramatisches passiert. Grund genug, sich einige Fragen zu stellen.

Zeit

Zeit ist und bleibt eine Konstante in unserem Leben. Sie ist nicht veränderbar. Der Hang, immer mehr Einheiten in immer kürzeren Zeitintervallen durchzuboxen ist allgegenwärtig.  In den Arbeitsstätten muss mehr Output durch weniger Heinzelmännchen, in kürzeren Zeitintervallen erledigt werden. Die Kinder werden von einem Hobby zum nächsten geführt, Zeit für Hausübungen und dem eigentlichen Leben wandert in den Hintergrund. Freunde müssen und wollen bespaßt werden. Dazwischen noch ein Hobby dort ein Treffen, da ein kleines Projekt zwischendurch. Netflix darf und will nicht warten. Dazwischen noch instant Messengernachrichten und Social Media Kanäle bedienen, um am Ende des Tages – im Bett liegend – noch ToDo Listen zu bearbeiten, bzw. zu erstellen.

Während meiner Zeit in der Abendschule pflegte ich oft zu sagen: „Der Tag hat 24 Stunden und dann gibt es noch die Nacht.“ Kurze Zeit mag das gut gehen und gelingen. Speziell in Prüfungszeiten 🙂 Aber glaubt mir, es ist alles andere als gut.

Wenn wir, und da nehme ich mich gar nicht aus, von Zeitmanagement sprechen, bzw. schreiben, steht oft der Output im Vordergrund. Wir alle wollen mehr in weniger Zeit erreichen.

Ob dieser Gedanke gut für uns selbst, bzw. die Gesellschaft ist, werde ich in diesem Posting nicht beantworten (können).

Selbstmanagement

Wir/ich manage(n) alles. Jeder will und ist Manager. Ich selbst bin lange Zeit auf den Hype hereingefallen. Ja, auch ich bin dem Selbstmanagementhype verfallen.

Was ist mit Selbstmanagement eigentlich gemeint? Die Karrierebibel hat hier einen tollen Beitrag für dich 😉

Hier kann sich nun jeder selbst ein Bild davon machen. Was bedeutet Selbstmanagement 2017 für mich selbst? Selbstmanagement ist für mich jener Aspekt, bei dem ich ständig an mir selbst arbeite:

Dinge geregelt bekommen

Es prasseln viele Nachrichten, Infos, Aufgaben auf uns herein. Hier muss jeder für sich selbst eine Methode finden, um den für sich richtigen Umgang herauszufiltern.

Dinge aufgeben

love it, change it, leave it …. Dieser Spruch sagt eigentlich alles aus. Wichtig für dich selbst ist, dass du am Ende des Tages zufrieden bist.

Realitätsverzerrungen aufgeben

Der Tag hat 24 Stunden. Einige Stunden davon sind für unseren Schlaf reserviert und das ist gut so. Schlafwissenschaftler auf der ganzen Welt sind sich über die optimale Menge uneinig. Das Internet liefert dir sicherlich genauere Infos zum Thema Schlaf.

Arnold Schwarzenegger schreibt in seiner Biographie, dass (für ihm) 6 Stunden reichen. In seiner coolen, typischen Arnie-Art appelliert er an die Langschläfer, dass sie schneller schlafen sollten 🙂

Ich selbst habe auch mit rund 6 Stunden die besten Erfahrungen gemacht. Während meiner Abendschulzeitenhabe ich festgestellt, dass es kurze Zeit – relativ gut – funktioniert, wenn du weniger schläfst. Auf lange Sicht kann ich es – aus eigener Erkenntnis – nicht (mehr) empfehlen.

Also bleiben von unserem Tag noch 18 Stunden übrig. Ein großer Teil davon wird sicherlich mit unselbständiger Arbeit verbracht. OK. Wir wollen alle brav Steuern zahlen und selbst am Ende des Tages, Geld für ca. 8 Stunden Arbeit bekommen 🙂

Je nach Arbeit und Arbeitsort variiert jetzt die restliche Zeit.  Diese Zeit ist zumeist ebenfalls voll gefüllt. Zumindest geht es mir derzeit so.

Ich selbst habe die (schlechte) Angewohnheit, viele Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen. Das Kuriose ist, ich weiß, dass Multitasking nicht funktioniert, teile mein Wissen darüber in diversen Unterrichten und bin zu diesem Thema sehr belesen. Eigenartig. Aber so ticke ich nun mal. Viele/ich denken, dass wir die Dinge geregelt bekommen weil wir/ich ja top organisiert sind.

Die restlichen Stunden voll gefüllt, alles geplant, alles lt. Plan abgeschlossen und dann geht es ab ins Bad und danach ins Bett. 18 – 19 Stunden sind genug. Schlafen. Tja, mir ist aufgefallen, dass dieser Schlaf alles, nur nicht erholsam ist. Kurze Zeit ist das sicherlich kein Problem – für euch getestet.

So glauben wir, dass wir Zeit- und Selbstmanagementexperten sind und mehr schaffen als der Rest. Ja, vielleicht machen wir das. Wollen wir das? Ist es gut?

Das Abendessen

Was schreibt er? Abendessen? Das passt doch nicht dazu. Oh doch. Ein Abendessen Ende November hat mein Denken verändert.

Zum Ablauf … Es war eines dieser Essen auf die ich mich freute. Ernährungstechnisch viel zu spät, aber das brauchte ich an diesem Tag. Ein Abendessen mit meiner Liebsten. Gemütliches Essen, fernab von Terminen, Telefonen, Internet etc. Nach dem ich erzählte, was alles geschaffen wurde an dem Tag und über die Arbeitspakete innerhalb der FF und meines Brötchengebers, meinte ich, dass mir manches zu langsam geht und ich schauen muss, wo ich die Zeit liegen lasse.

Danach war es still. Ich wurde mit einer Frage konfrontiert, mit der ich nicht rechnete. Was redest du?! Schau was alles klappt und in einer wahnsinns Zeit geschaffen wurde.

Ja, da war ich dann kurz einmal ruhig und bemerkte, dass alles funktioniert und ich mich selbst bis übers Limit organisiert und verplant hatte. Mit einem wahnsinns Erfolg.

Der Blick vom Mond

Natürlich habe ich nicht sofort meine Denkfehler eingestanden, aber am Heimweg erinnerte ich mich an die Fragestellung aus einem meiner Bücher. Wie groß ist dein Problem, wenn du vom Mond auf die Erde siehst. Richig, da ist nichts.

Mir wurde vor Augen geführt, was alles geklappt hat und was in welch kurzer Zeit erschaffen wurde. Eigentlich kein Grund zum Ärgern. Alles gut. Danke fürs Augen öffnen.

Verlust der totalen Kontrolle

Ich habe in den letzten 15 Jahren einige Entwicklungsschritte getätigt. Vom Chaoten hin zum gut organisierten Paradiesvogel, der immer ein wenig gegen den Strom schwimmt und wieder zurück zum Chaoten, der ein wenig die Kontrolle verloren hat und viel zu selten nein sagt.

Was war passiert?

Ich bin in Sachen Zeitmanagement sehr gut belesen, besuche regelmäßige Blogs zum Thema und habe einige Experten in meiner Twitter-Timeline. Ich habe in der Vergangenheit selbst einige Blogpostings zu diesem Thema verfasst.

Der Flügelschlag eines Schmetterlings im Amazonas hat mich aus der Selbstorganisationsbahn geworfen. Ich wurde nachlässig, es funktionierte gut. Ich adaptierte meine Arbeitsweisen nicht mehr, es funktionierte gut. Ich erreichte Ziele, es fühlte sich gut an. Ich schaffte Arbeitspakete pünktlich und termintreu und war immer Herr meiner Energie, Herr der Lage. Ich war der Steuermann.

Durch die Nachlässigkeit und das Zusammentreffen mehrerer Faktoren mit teilw. kritischen Parametern, wuchsen mir manche Arbeitspakete einfach über den Kopf. Ich hatte vergessen „Stop“ zu sagen und wollte die Dinge immer perfekter und schneller erledigen. Nun ja, das Ganze endete darin, dass ich – bis zu dem genannten Abendessen – fast völlig ohne Planung und Koordination vor mich hinarbeitete. Ich ließ Emotionen zu und verfiel regelrecht in eine Teufelsspirale. In meinem Notizbuch sammelten sich nur so die Ideen, die ich noch – auch hier auf der-meier.at – umsetzen wollte. Bis Jahresende!!!

Durch das Augenöffnen bin ich wieder zurück am Kommandostand und plane die Dinge jetzt teilweise weit in die Zukunft. Das ist auch der Grund, warum ich es schaffe dieses Posting zu veröffentlichen. Ich nutze meine Zeitfenster zum Tippen und nehme mir eine feste Stundenanzahl pro Woche für mein Blogprojekt vor. Es ist nicht viel, aber du weißt sicherlich, wie man einen Elefanten ißt. Stück für Stück.

Lessons learned (again) –> dein Nutzen

Da du es bis hierher geschafft hast, möchte ich dir meine Erfahrungen, speziell vom Sommer 2016 – mitgeben.

  1. Wissen aneignen/anwenden: Dein gesamtes Wissen über Zeit- & Selbstmanagement nutzt dir rein gar nichts, wenn du es nicht anwendest. Bis zum Frühjahr 2016 plante ich, teilte große Aufgabenpakete in kleine Happen, setzte Deadlines und schaffte die Dinge. Ich hatte auch ausreichend Zeit für Schlaf und meine Hobbies (neben der Feuerwehr).
  2. Es ist OK, wenn es gerade gar nicht läuft. Vergiss den Blödsinn, dass man stets fokusiert sein muss, stets alles schafft, wenn man nur fest daran glaubt und ständig hart arbeitet. Es gibt sie, die Rückschläge. Jene, wo du am Verzweifeln bist und denkst, das geht alles nicht mehr. Egal. Lass es dir auch einmal schlecht gehen. Aber: Vergiss nicht, dsas du selbst wieder aufstehst und nach vorne blickst.
  3. Nimm Hilfe an. Egal welche.
  4. Sag, dass du Hilfe brauchst. Egal welche.
  5. Nimm dir Zeit für den Spaßfaktor. Ja, es ist OK, die Nacht vor der Playstation zu verbringen, während eine Menge Arbeit wartet. Denk aber in der Zockerphase nicht daran.
  6. Denk an deinen Schlaf. Ich habe mein Ziel beim Wings4Life Run weit übertroffen und während meiner „energy level low Phase“ mit dem Laufen aufgehört, weil ich keine Zeit dafür hatte. Im Nachhinein Blödsinn.
  7. Plane und priorisiere deine Themen, sprich Deadlines ab und wenn notwendig, zerlege die Aufgaben in Miniaufgaben.
  8. Pass auf dein Energielevel auf. Zeit- & Selbstmanagement ist reines Energiemanagement.
  9. Umgib dich mit Menschen, die dir helfen wollen. Jene, die dich nicht am Boden sehen wollen.
  10. Keep going.

Danke fürs Lesen 🙂
Mit diesem Posting melde ich mich wieder offiziell zurück auf der-meier.at. Ich habe einige tolle Ideen. Ich brauche dazu noch ein wenig Zeit, aber ich kann dir versichern, dass jetzt gerade (zum Zeitpunkt der Erstellung des Postings) einiges an den weiteren geplanten Artikeln geschehen ist.

Stay tuned

Yours Mike

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