Field Recording für Anfänger – Die erste Aufnahme mit einem Handheldrecorder

Dieser Blogbeitrag soll Anfänger bei ihren ersten Aufnahmen mit einem Handheldrecorder unterstützen. Ich habe versucht, ihn einfach und verständlich zu schreiben. Die in den Fotos abgebildeten Recorder stellen nur Beispiele dar und sollen in keiner Weise aussagen, dass nur mit diesen Geräten gute Aufnahmen möglich sind. Der Zoom H4n war einfach mein erster Handheldrecoder. Der Sony PCM-D100 ist zwar ein sehr guter Recorder, hat jedoch seinen Preis.

Zusätzliches Equipment

Ihr haltet also euren ersten Audiorecorder in den Händen?
Ihr habt das Handbuch gelesen und kennt euch mit der Bedienung aus (falls nicht, wäre jetzt noch eine gute Gelegenheit, dies nachzuholen)?
Ihr könnt es kaum erwarten, hinauszugehen und Töne aufzunehmen?
Keine Sorge, gleich kann es losgehen. Folgende Dinge solltet ihr aber noch mitnehmen, um im “Feld” keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.

  • Kopfhörer: Zur Kontrolle unverzichtbar. Denn auch wenn der Pegel über das Display angezeigt wird, sind Störgeräusche oder dergleichen darauf nicht erkennbar. Empfehlenswert sind Kopfhörer, die das Signal nicht verändern (z.B. den Bass verstärken).
  • Speicherkarten: Um ein Signal aufzeichnen zu können, benötigt euer Recorder das passende Speichermedium (hier kann das Handbuch helfen). Manche Geräte (z.B. der Sony PCM D100) haben auch einen internen Speicher. Es ist ratsam, immer mindestens eine Ersatzspeicherkarte mitzunehmen, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn die Karte im unpassendsten Moment den Dienst quittiert oder einfach nur voll ist.
  • Batterien: Wie alle technischen Geräte benötigt auch euer Recorder Energie, um zu arbeiten. Meist in Form von AA Batterien (auch hier hilft das Handbuch, oder ein Blick ins Batteriefach). Sinnvoll sind wiederaufladbare Batterien. Ersatzbatterien nicht vergessen.

Jetzt solltet ihr nur noch kurz testen, ob der Recorder funktoniert, ob die Speicherkarte leer und die Batterien voll sind. Danach kann es losgehen!

Aufnahmequalität einstellen

Bevor ihr auf die Aufnahmetaste drückt, solltet ihr noch die Aufnahmequalität einstellen. Kurz gesagt: Je höher die Abtastrate (kHz) und Auflösung (Bit) sind, desto besser ist die Qualität der Aufnahme, desto größer wird aber auch die erstellte Datei. Bei den Preisen für Speicherkarten stellt dies jedoch kein Problem dar und ich empfehle 96 kHz/24 bit, sowie .wav als Dateiformat.

Die Aufnahme

Um hören zu können, was der Handheldrecorder überhaupt aufnimmt, müsst ihr ihn in den Standby-Modus bringen. Bei den meisten Geräten drückt ihr dazu die Aufnahmetaste einmal (dies startet noch nicht die Aufnahme!).

Jetzt kommt der wichtigste Teil der Aufnahme: Die richtige Einstellung des Aufnahmepegels!

  • Ist er zu hoch eingestellt, besteht die Gefahr einer Übersteuerung (sogenanntes Clipping), was die Aufnahme zerstört.
  • Ist er zu niedrig eingestellt, ist ein deutliches Grundrauschen hörbar

Der Pegel sollte etwa zwischen -6 und -12 dB liegen, bei Atmoaufnahmen ungefähr zwischen -10 und -20 dB.

Atmoaufnahmen sind Aufnahmen von Umgebungsgeräuschen. Es wird also nicht ein bestimmtes Geräusch aufgenommen, wie z.B. eine Kirchenglocke, sondern der Kirchenplatz mit den dort gehenden Menschen, dem Öffnen der Kirchentür usw. (wobei die Kirchenglocke im Hintergrund hörbar sein kann…)

Ist der Pegel richtig eingestellt, muß nur noch die Aufnahme gestartet werden. Auch dies kann von Gerät zu Gerät unterschiedlich sein. Beim Zoom H4n z.B. drückt man die Aufnahmetaste ein zweites Mal. Beim Sony PCM-D100 muss man die Pausetaste drücken.

Während der Aufnahme sollte man sich natürlich leise verhalten. Alles vermeiden, was Geräusche macht (keine Bewegungen,…). Weiters sollte Schmuck am Körper und raschelnde Kleidung vermieden werden. Bewegt den Recorder nicht mehr und versucht, nicht auf ihm herumzugreifen. Jede Berührung des Gerätes ist auf der Aufnahme deutlich hörbar!

Aufnahmen benennen

Ihr solltet eure Tonaufnahmen immer dokumentieren. Die leichteste Methode ist es, dies direkt auf der Aufnahme zu machen. Einfach vor (oder falls dies nicht möglich ist, nach) dem eigentlich gewünschten Geräusch kurz sagen, was man aufnimmt.

z.B.: Kinderrutsche, von unten mit dem Knöchel dagegenschlagen
oder Stephansplatz, Atmo vor dem Stephansdom

Je detaillierter, desto besser.

Glückwunsch:

Ihr habt nun eure erste Tonaufnahme gemacht!
Auf geht’s zur zweiten…

 

Abschließende Tipps, die eure Aufnahmen verbessern

  • Jeder Recorder nimmt ein Grundrauschen auf. Je nach Gerät ist dieses mehr oder weniger hörbar. Und danach solltet ihr euer Aufnahmeziel wählen! Sprich, wenn euer Aufnahmegerät ein etwas höheres Grundrauschen hat, vermeidet sehr leise Töne (wie z.B. das Ticken einer Uhr).
  • Verwechselt den Regler für den Pegel nicht mit dem für die Kopfhörerlautstärke.
  • Verändert den Pegel während einer Aufnahme nicht, denn dadurch hört sie sich unnatürlich an.
  • Verwendet bei Außenaufnahmen einen Windschutz. Versucht außerdem, mit dem Rücken zum Wind zu stehen.
  • Bei Innenaufnahmen ist ein Windschutz (bzw. auch Schaumstoff) sinnvoll, wenn Bewegung im Spiel ist (etwa Aufnahmen von zugeschlagenen Türen).
  • Überlegt euch vorher, was ihr aufnehmen wollt. Lauft nicht planlos durch die Gegend, sondern denkt an ein Thema, das ihr aufnehmen wollt.

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